„Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten“ (vgl. Jes 52,7)

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João Luiz Pozzobon unterwegs mit der Pilgernden Gottesmutter

 

João Pozzobon wird mit seiner Kampagne der Pilgernden Gottesmutter zu einem Freudenboten und zur helfenden Hand der Gottesmutter besonders bei den ärmsten der armen Familien.

 

Hermann Arendes, Schönstätter Marienbruder und ein Weggefährte von Herrn Pozzobon, erzählt davon:

 

Im Juli 1952 führt ihn die Pilgernde Gottesmutter in die Region Osthang des Cerittos km 3 (kleines Gebirge) und der vorgelagerten Pampa. Hier trifft er auf Familien, die sowohl materiell in bitterster Armut leben, – sie leben vom Betteln-, als auch kulturell – Erwachsene wie Kinder sind Analphabeten – als auch religiös – religiöses Wissen ist nicht vorhanden.

 

Papst Johannes Paul II. bezeichnet die Pilgeraktion der Gottesmutter als ein „Wiederaufleben des Besuches Mariens bei Elisabeth“.

 

Maria aber ging übers Gebirge um Elisabeth zu helfen. Also kann ihr „Eselchen“ nicht ausruhen, sondern wird zur helfenden Hand der Gottesmutter.

Er nimmt die neue Herausforderung an, die für ihn zu einer Daueraufgabe wird. Neben den Familienbesuchen am Abend erwirbt er dort auch ein kleines Grundstück und regt an, hier eine kleine Kapelle zu bauen. Es wird den ärmlichen Verhältnissen entsprechend „à Capelinha de Capim“, das Graskapellchen.

Am 23. Dezember 1952 ist es fertig. Die Gottesmutter mit ihrem Kind kann Einzug halten. Pater Benjamin Ragaguin segnet es. Zum ersten Mal treffen sich die Armen zu einer Weihnachtsfeier. Die Marienschwestern helfen mit bei der religiösen Gestaltung der Feier und auch nachher bei der Bewirtung mit Kaffee und Kuchen. Ein gemeinschaftliches und religiöses Erlebnis, an dem diese Armen, Erwachsene und Kinder, zum ersten Mal in ihrem Leben teilhaben durften. Es wurde zu einer festen Tradition, die dann mit der ersten heiligen Messe am 25. Dezember 1954 noch überhöht und gefestigt wurde.

Jeden Sonntag um 14.00 Uhr betete Herr Pozzobon hier mit dem einfachen Volk den Rosenkranz.

Die Errichtung einer Grundschule war ein weiterer wichtiger Schritt. Am 17. März 1954 beginnt im Graskapellchen der Unterricht. Das Gelände hat er mit Schattenbäumen bepflanzt, so dient es den Kindern als Schulhof und der Kapellengemeinde für größere Veranstaltungen. Hinter der Kapelle hat er für eine Wächterfamilie ein Haus gebaut, die auch für die Sauberkeit und Ordnung verantwortlich war.

 

Bewegt von der Not obdachloser Familien gründet João Pozzobon am 1. Mai 1954 die „Villa Nobre da Caridade“. Entlang des Zuweges zum Kapellchen kann er ein Grundstück zum Bau von 13 Häuschen erwerben. Obdachlose Familien können dort gratis wohnen. Herr Pozzobon hat aber Verhaltensregeln aufgestellt, auf die sie sich vertraglich verpflichten und an die sie sich halten müssen. Bei einer solchen Siedlung muss man sehr aufpassen, dass sie nicht in Verruf kommt, sagte er; da sie eine Siedlung der Gottesmutter ist, darf dies nicht geschehen.

 

Weil er auf diese Familien einen besonderen Einfluss hatte, wurden sie zur Kerngruppe der Kapellengemeinde. So konnte Bischof Don Ivo Lorscheiter bei seinem Besuch am 8. September 1975 sagen: „Dies ist eine wirkliche Basis-Gemeinschaft, inspiriert von der Mutter und Königin, als noch niemand an so etwas dachte.“

Eines Tages machte ich mit einem Priester aus Europa einen Besuch in der „Villa Nobre“. Zu unserer Freude trafen wir Herrn Pozzobon an, der beim Kapellchen mit dem Wächter im Gespräch war. Nach einer herzlichen Begrüßung und Vorstellung entwickelte sich ein Gespräch.

Aus diesem Gespräch habe ich zwei Aussagen behalten.

Der Wächter sagte: „João é nosso Papa“. Pozzobon antwortete schmunzelnd: „Papagaio“.

Wenn dieser verheiratete Mann, selbst Vater von mehreren Kindern, sagt: „João ist unser Vater,“ dann trifft er den Kern des Wirkens von João Luiz Pozzobon.

 

(Quelle: aus einem Vortrag von H. Arendes, Jahr nicht ermittelt)

 

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