In diesem Jahr feiern wir Schönstätter Marienschwestern unser 100-jähriges Jubiläum. Viele Schwestern unserer Gemeinschaft engagieren sich weltweit für das Apostolat der Pilgernden Gottesmutter. Heute kommt die Schwester zu Wort, die hier in Deutschland Wegbereiterin für das Projekt Pilgerheiligtum sein durfte.
Schwester Marié Munz – „Anderen das weitergeben, was mir selber viel bedeutet.“
Als ich 1978 in die Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern eintrat, war das für meine Umgebung eine sehr große Überraschung: Du bist lebensfroh, vielfältig interessiert und engagiert –und nun so etwas?! – Doch genau dieser Weg und diese Gemeinschaft sind der Glücksfall meines Lebens bis heute.
Berufung ist immer ein längerer, vor allem innerlicher Weg. Auch bei mir schob sich für Außenstehende unbemerkt immer wieder die Frage in den Vordergrund: Wozu gibt es Dich? Für wen und für was möchtest du dich ganz einsetzen, nicht nur vorübergehend, nicht für Geld oder was es auch sei. – Immer mehr fand ich darauf (m)eine Antwort: Für Gott und die Menschen!
Als Marienschwester ist es mir eine besondere Freude, Menschen auf das Heiligtum und auf das Wirken der Gottesmutter im Liebesbündnis aufmerksam zu machen. Was mir selber viel bedeutet, möchte ich auch anderen weitergeben.
Zur Vorbereitung auf das Heilige Jahr 2000 entschloss sich unsere Gemeinschaft, nochmals zu versuchen, ob auch in Deutschland die in Brasilien durch Diakon J. L. Pozzobon begonnene Aktion der Pilgernden Gottesmutter von Schönstatt Fuß fassen könnte. Schwestern aus anderen Ländern berichteten, wie segensreich der Pilgerweg der Gottesmutter vom Heiligtum aus ist.
Nach einem solchen Bericht äußerte ich einmal spontan: „Das würde mir auch gefallen!“ – Diese Reaktion hatte Folgen. Ich wurde angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in Deutschland nochmals einen Beginn mit der Pilgernden Gottesmutter zu starten. Damals war ich in der Jugendarbeit tätig und nun kam also etwas ganz Neues auf mich zu. Im Gespräch mit Mitschwestern wurde dann alles konkreter. Als Weg zum Heiligen Jahr begann 1997 das „Projekt 2000 – Pilgerheiligtum“ mit der Einladung: Ein Augenblick Zeit für Gott und füreinander beim Besuch der Pilgernden Gottesmutter. Viele Reisen quer durch Deutschland folgten. Mitschwestern und andere Personen setzten sich ein, damit Kreise der Pilgernden Gottesmutter entstehen konnten. Nun erlebte ich Unglaubliches:
Zur Jahrtausendwende gab es in Deutschland 1769 Kreise der Pilgernden Gottesmutter. An 505 Orten Deutschlands öffneten sich monatlich etwa 17 800 Türen für Jesus und Maria beim Empfang des Pilgerheiligtums. Bis heute geht der Pilgerweg der Gottesmutter weiter und bringt Menschen in Berührung mit dem Segen, der vom Schönstatt-Heiligtum ausgeht. Was Pater Kentenich der Gründer Schönstatts, einmal sagte, das habe ich auch erleben dürfen: “Merken Sie, wie beim Wirken des Herrn Pozzobon die Worte Vinzenz Pallottis sich erfüllen: ,Sie ist der große Missionar. Sie wird Wunder wirken.‘” (J.K., 11.4.1968)
Ich bin dankbar, dass ich als kleines Werkzeug der Gottesmutter mithelfen konnte, dass viele Menschen vom Segen Gottes berührt werden, der vom Heiligtum ausgeht.







