Wallfahrt der Burundischen und Ruandischen Gemeinde Hannover nach Schönstatt

Bild 11_Wallfahrt Hannover

Sr. Barbara-Maria Kullmann

„Kaze, Kaze!“ – „Herzlich Willkommen!“, so werden die Pilger der Burundischen und Ruandischen Gemeinde Hannover bei ihrer Ankunft in Schönstatt auf Kirundi begrüßt. Sie sind zum Fronleichnams-Wochenende vom 6. bis 7. Juni angereist. Zum zweiten Mal hat Pfarrer Nestor mit Mitgliedern der Gemeinde diese Wallfahrt organisiert. Viele von ihnen kennen Schönstatt aus ihrem Heimatland. So erleben sie am internationalen Wallfahrtsort Heimat.

Im vergangenen Jahr kamen 35 Pilger aus dieser Gemeinde zum Gnadenort Schönstatt. Nun sind es fast 50 Personen, einschließlich des einjährigen Mattheo. Auf dem Rücken seiner Mutter macht er den Pilgerweg vom Bus zum Urheiligtum mit.

Hierhin, zur Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt, werden Dank, Sorgen, Bitten und „Beiträge zum Gnadenkapital“ gebracht. Lange erklingen die Lieder auf Kirundi. Die Seele kommt an.

 

 

Das Netz der Heiligtümer verbindet untereinander und trägt

Nach dem Mittagessen in Haus Sonnenau gibt es eine Führung zum Gnadenort Schönstatt. Schwester Barbara-Maria erklärt, wie die kleine Kapelle im Tal Schönstatt zur Gnadenkapelle wurde, zum Urheiligtum, das an vielen Orten der Welt nachgebaut ist. Die Gottesmutter hat ein weltweites Netz von Schönstatt-Heiligtümern, von denen aus sie wirkt – zum Beispiel auch in Burundi.

Wer sich wie die ersten Jungen im Liebesbündnis mit Maria besonders verbündet, der ist wie ein Knotenpunkt in diesem Bündnis – und Beziehungs-Netz.

Als ein echtes Netz zur Veranschaulichung gehalten wird, legt Laurette spontan ihr Baby hinein. Der kleine Mattheo schaut verwundert in viele freundliche Gesichter, die das Netz halten.

 

Die Schwester erklärt, dass zum Netz der Heiligtümer auch das Pilgerheiligtum gehört. Sie legt dar, was es mit dem Apostolat der Pilgernen Gottesmutter auf sich hat und lädt ein, miteinander zu überlegen, wer Maria und Jesus im Zeichen des Pilgerheiligtums bei sich aufnehmen möchte.

 

 

Ein Ort der Gnade und des Liebesbündnisses mit Maria

Am späten Nachmittag feiert Pfarrer Nestor mit den Pilgern im Urheiligtum eine heilige Messe. Die Freude klingt nachher weiter in frohem Gesang und Tanz vor dem Heiligtum.

Zum Abendsegen kommen alle wieder im Urheiligtum zusammen. Es ist der Auftakt zu einer Zeit der Anbetung, des Lobpreises und zum Empfang des Bußsakramentes. Parallel dazu besteht die Möglichkeit noch mehr zu erfahren über das Liebesbündnis und über das Pilgerheiligtum.

Lange noch sitzen die Pilger an diesem Abend zusammen. Viele haben Interesse daran, jeden Monat für einige Tage Besuch von der Pilgernden Gottesmutter zu erhalten und dadurch untereinander vernetzt zu sein. Auch das Liebesbündnis wollen mehrere Personen schließen. Éric Nkengurutse begeistert sie dafür. Er selbst möchte sein Liebesbündnis feierlich erneuern. Er hat es in Burundi geschlossen. Mit seiner Begeisterung unterstützt er Émeric Niyomwungere, der schon viele angesprochen hat, seit Pfarrer Nestor die Idee verkündet hat, das Liebesbündnis mit der Gottesmutter zu schließen.

 

Fronleichnamsfest auf Berg Schönstatt

Am Sonntag nehmen die Pilger am Fronleichnamsfest auf Berg Schönstatt teil. Vor dem Festgottesdienst besuchen sie das Grab von Pater Josef Kentenich, mit dem sie sich besonders verbunden fühlen.

 

Einige aus der Pilgergruppe wirken bei der Fronleichnamsprozession mit als Fahnen- oder Lautsprecherträger, beim Vorbeten. Drei junge Frauen tragen ein Pilgerheiligtum – als Vorbereitung auf die Aussendung dieser drei Bilder in ihre Gemeinde. Vor dem Segen beim letzten Altar singen die Pilger aus der Burundischen und Ruandischen Gemeinde ein Lied auf Kirundi.

 

 

 

Mit Gesang und Tanz ziehen die burundischen und ruandischen Pilger zur Essensausgabe beim Café plus, wo unter den Bäumen Tische und Bänke zum Verweilen einladen. Eine besondere Freude ist die Begegnung mit Marienbruder Markus Amrein, der die Pilgergruppe im vergangenen Jahr in Haus Tabor aufgenommen hatte. Gern steigt er ein in ihren Bus, der sie ins Tal Schönstatt bringt.

 

Drei neue Pilgerkreise entstehen

Vor dem Urheiligtum werden drei Pilgerheiligtumskreise gebildet: Die Region zwischen Hamburg, Bremen und Hannover, die Region in und um Hannover und die Region in und um Hildesheim. Es sind jeweils genügend Teilnehmer für einen Pilgerkreis, so dass sie untereinander die Reihenfolge und kurze Wege der Weitergabe überlegen.

Zum monatlichen Gottesdienst ihrer Gemeinde in Hannover soll das Pilgerheiligtum mitgebracht werden. So wird deutlich: die Gottesmutter von Schönstatt knüpft ein Beziehungsnetz in der Gemeinde. Gute Erfahrungen mit Maria, die dabei erzählt werden, wecken bei den anderen Gemeindemitgliedern Interesse. So ist der Wunsch, der sich damit verbindet. Ideen werden ausgetauscht, wie man die Beziehung zu denen vertiefen kann, die allein leben: durch Besuche, gemeinsames Essen oder Videokonferenzen online. Und Maria ist mit dabei!

Die Begleitpersonen, die sich zur Verfügung stellen, wollen nicht nur für die pünktliche Weitergabe des Bildes Sorge tragen, sondern mit einem eigenen Gebet für die Teilnehmer ihres Kreises beten. Einer von ihnen ist der „Missionar der Missionare“, Ansprechperson für die Begleitpersonen.

 

Schönstattpriester Nestor Ndayongeje gibt je ein Pilgerheiligtum an Richard Nahayo, Leonille Nusahemaliya und Laurette Muzaneza.

Liebesbündnis und Aussendung der Pilgernden Gottesmutter im Urheiligtum

In einer schlichten Feier im Urheiligtum geschieht, was die Herzen tief bewegt: 14 Personen schließen das Liebesbündnis mit der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt. Die beiden Missionare der Pilgernden Gottesmutter Laurette und Richard sind dabei. Alle tragen sich in das Bündnisbuch, das auf dem Altar liegt, ein. Zwei Personen erneuern feierlich ihr Liebesbündnis. Sie haben es im Schönstatt-Heiligtum in Burundi geschlossen und möchten es jetzt am Ursprungsort bekräftigen.

Anschließend werden die drei Pilgerheiligtümer gesegnet und ausgesendet mit den Worten in Französisch: „Sie ist der große Missionar – sie wird Wunder wirken.“

Was alle froh macht: „Jetzt bleiben wir im Liebesbündnis und über die Pilgernde Gottesmutter besonders verbunden.“

Glücklich über diesen gesegneten Aufenthalt in Schönstatt reisen sie nach Hause.

Einer der Pilger schreibt später voll Dankbarkeit:

„Wir haben uns in Schönstatt sehr willkommen gefühlt. Die gesamte Wallfahrt ist für uns zu einer großen geistlichen Bereicherung geworden. – Die Feier des Liebesbündnisses sowie das Projekt Pilgerheiligtum – alles hat uns tief berührt. – Vielleicht kommen wir im nächsten Jahr sogar mit einer noch größeren Gruppe zur Wallfahrt. – Wir können viele schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen.“

 

Neue Beiträge

Archiv