In diesem Jahr feiern wir Schönstätter Marienschwestern unser 100-jähriges Jubiläum. Viele Schwestern unserer Gemeinschaft engagieren sich weltweit für das Apostolat der Pilgernden Gottesmutter. Heute stellen wir Ihnen eine verstorbene Mitschwester vor, die hier in Deutschland die Anfänge vom Projekt Pilgerheiligtum wesentlich mitgefördert hat.
Schwester M. Luzia Fischer – Apostel der Pilgernden Gottesmutter im Land des Heiligen Bonifatius

Schwester M. Luzia Fischer trat am 05. November 1948 in Schönstatt in unsere Gemeinschaft ein. Sie machte eine Ausbildung als Sozialarbeiterin und war fünf Jahre in diesem Beruf tätig. 1967 führte sie der Weg nach Künzell-Dietershausen in die Diözese Fulda, wo es eine Niederlassung der Schönstätter Marienschwestern und ein Schönstattheiligtum gab. 1970 übernahm sie am dortigen Schönstattzentrum die Aufgabe der Wallfahrtsschwester, um die Schönstattwallfahrt vor Ort aufzubauen. Mit großem Engagement und Freude war sie 30 Jahre in dieser Aufgabe tätig, die so ganz ihrem Wunsch, den sie einmal dem Gründer Pater Josef Kentenich gegenüber äußerte, entsprach. Sie wollte
„unter dem Volk sein“.
Zu ihren großen Projekten als Wallfahrtsschwester gehörten die jährlichen Pilgerfahrten vom Grab des heiligen Bonifatius in Fulda zur Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt im Urheiligtum in Schönstatt-Vallendar. An diesen Fahrten mit einem Sonderzug nahmen mehrere hundert Personen, unter ihnen viele Erstkommunionkinder mit ihren Familien, teil.
In der Vorbereitung auf das Gnadenjahr 2000 begann 1997 in Deutschland das Apostolat der Pilgernden Gottesmutter unter dem Namen „Projekt 2000 – Pilgerheiligtum.“ Schwester M. Luzia war neben Schwester Marié Munz eine der „Frauen der ersten Stunde“, die sich in diesem Projekt engagierte. Sie initiierte in Dietershausen die erste Aussendung eines Pilgerheiligtums in der Diözese Fulda. Für ganz Deutschland war dies das zweite Pilgerheiligtum, das ausgesandt wurde.
Sie war die treibende Kraft für die Entstehung vieler Pilgerheiligtumskreise, verstand es aber, andere Personen zu motivieren, Familien und Einzelne dafür anzusprechen und Kreise zu bilden. Gabi Wehner, die auf diese Weise den ersten Pilgerheiligtumskreis auf den Weg brachte, erzählt davon, wie Schwester M. Luzia nicht „locker ließ“. Immer wieder rief sie in dieser Zeit an und fragte: „Wo gehen Sie hin? Wieviele Familien haben Sie?“- bis sie 10 Familien zusammen hatte. Darunter waren einige Familien mit Erstkommunionkindern, die ihr besonders am Herzen lagen. Am Weihetag des Kapellchens auf der Marienhöhe am 24. März 1997 konnte schließlich die feierliche Aussendung dieses Pilgerheiligtums stattfinden. Bis heute – 30 Jahre danach – besteht dieser erste Pilgerkreis vor Ort.
Inzwischen gibt es in Dietershausen selbst 14 Pilgerkreise. Schwester M. Luzia war für viele von ihnen und darüber hinaus in der ganzen Diözese Fulda der „apostolische Motor“, die treibende und belebende Kraft. Sie verstand es, die Menschen dort abzuholen, wo sie standen, sie in ihrer Lebenswirklichkeit wahrzunehmen und dadurch den richtigen Ansatz für dieses Apostolat, bei dem die Gottesmutter als Mutter nah bei den Menschen sein will, zu finden. Dass dieser Anfang sich so segensreich auswirkte, ist im Besonderen auch dem Gebet vieler Schwestern, besonders der älteren unserer Gemeinschaft, die in den Anfangsjahren des Projektes Gebetspatenschaften übernommen haben, zu verdanken.
Auf der Alten- und Pflegestation in Dietershausen haben Schwestern mit viel Freude und Apostelgeist das erste Pilgerheiligtum der Diözese „eingebetet“ und auf diese Weise dem missionarischen Glaubensweg der Pilgernden Gottesmutter ihren Beitrag geschenkt.
Noch im hohen Alter hat Schwester M. Luzia mit großem Interesse und mit ihrem Gebet die Entwicklung vom Projekt Pilgerheiligtum in Deutschland und insbesondere ihrer Diözese Fulda begleitet. Sie starb im Alter von 97 Jahren im Jahr 2019 auf der Liebfrauenhöhe bei Rottenburg.




