Aus dem Reisetagebuch der Jubiläumsreise nach Brasilien von Miriam München

Titelbild für die Rubrik Reisetagebuch

Nach einer ungewollt langen Pause von zwei Monaten möchte ich heute, wie versprochen, meinen Reisebericht wieder aufnehmen und das an einer sehr beeindruckenden, nachklingenden Stelle unserer Pilgerreise.

 

Auf den Spuren der Kindheit von João Luiz Pozzobon

 

Der Diener Gottes Diakon João Luiz Pozzobon.
Die deutsche Delegation vor der Statue des Dieners Gottes Diakon João Luiz Pozzobon.

Am 13.09.2025 fuhren alle Jubiläumsgäste mit Bussen in die italienische Kolonie und hatten die Möglichkeit verschiedenen Aktivitäten nachzugehen.

Die italienische Kolonie ist ein Gebiet im Landesinneren vom Bundesstaat Rio Grande do Sul, die als vierte Kolonie bekannt ist. Es handelt sich um kleine Dörfer der italienischen Kolonisation, die noch heute Bräuche, Katholizismus und die Kultur bewahren. Paolo Pozzobon, der Urgroßvater von João Luiz Pozzobon, war 1878 mit seiner Familie einer dieser italienischen Einwanderer.

Im Programm stand wunderschön dazu geschrieben: „Wenn wir in den vergangenen Tagen die reichen Verzweigungen und Früchte dieses großen Baumes betrachten konnten, wollen wir heute seine Wurzeln kennenlernen, um auch dort das Wirken Gottes zu entdecken, der die Kleinen des Reiches sucht, um die Weisen und Großen zu verwirren.“

 

 

Unterwegs in die Kolonie.

Diese Reise zu den Wurzeln des João Luiz Pozzobon war bewegend und beeindruckend zugleich. Die brasilianische Landschaft ist hier vielfältig, üppig grün und wunderschön.
Grüne Berge und Hügel erstrecken sich am Horizont, während wir mit dem Bus von Santa Maria in die vierte italienische Einwandererkolonie (São João do Polêsine) fahren. Neben den Hügeln gibt es kleine Seen und Flüsse, die teilweise noch von den Überschwemmungen der letzten Zeit zurückgeblieben sind.

Es ist so eine grüne Pracht und hinzu kommen bunte Farbtupfer in rosa, gelb, pink. Pflanzen, die mir unbekannt sind. Ebenso Pflanzen, die wir daheim in Töpfen auf die Fensterbank stellen, wachsen hier überall wild. Tilandsien, Orchideen, Ficus, Calathea, Monstera uvm. Ich kann mich gar nicht satt sehen.

 

Das Geburtshaus von Diakon João Luiz Pozzobon.
Das Geburtshaus von Diakon João Luiz Pozzobon.

Doch nach ca. einer Stunde Busfahrt kommen wir an, an dem Ort, der Anfang der 1920er Jahre noch im Dschungel lag. Dort steht das Geburtshaus beziehungsweise das Haus seiner Kindheit. João hatte viele Geschwister und bemühte sich stets ihnen Arbeit abzunehmen. „Ich mache für meinen Nächsten die niedrigsten, einfachsten Arbeiten damit der andere Maria treffen kann. Damit er oder sie mehr Zeit für Maria hat.“, so hatte er als Junge schon solch heroische Gedanken. Das beeindruckt mich sehr.

 

Ein Ort, wo Geist, Herz, Seele zu spüren ist

 

Beim Blick aus der Haustür schauen wir auf einen grünen Hügel. Dieser Hügel hat damals schon die Sehnsucht im kleinen João geweckt, dass er eine besondere Sendung haben würde. Nach dem Gang durchs Haus sollen wir uns mit folgenden Fragen etwas Zeit nehmen: Was ist meine Sehnsucht? Was möchte ich für die Gottesmutter tun?

An diesem besonderen, aber auch schlichten, abgeschiedenen Ort kann ich meinen Gedanken zu diesen Fragen sehr gut nachgehen.

Am Ende stehen zwei Fragen und meine persönlichen Antworten darauf: Was war mein Eindruck von diesem Ort? Diese Lage mitten in der Natur. Der Blick aus dem Fenster. Diese Weite und das Gefühl von Sehnsucht und Ruhe. Ich habe das Gefühl hier ist eine gute Geburtsstätte für was Besonderes, für was Heiliges. Ich bin im Inneren berührt an diesen Orten, wo so viel Geist, Herz, Seele zu spüren ist.

Was nehme ich für mein Leben von hier mit? Von hier sich selbst aussenden lassen ist ein schöner Gedanke, den ich im Herzen mit heimtragen möchte.

 

Als Gäste herzlich willkommen

 

Die Pfarrei von Diakon João Luiz Pozzobon.
Die Pfarrei von Diakon João Luiz Pozzobon.

Zum Gottesdienst und zum gemeinsamen Mittagessen versammeln wir Jubiläumsgäste uns erst in der Pfarrkirche São João do Polêsine und anschließend im neben der Kirche liegenden Pfarrzentrum. Auch hier haben die Organisatoren nicht an Programm gespart.

 

Eine Tänzergruppe bestehend aus Kindern und Jugendlichen erfreuen unsere Herzen zwischen Hauptspeise und Nachtisch.

 

 

Einbruch des Göttlichen im Leben von J. Pozzobon

 

Taufkirche von Diakon João Luiz Pozzobon.
Taufkirche von Diakon João Luiz Pozzobon.

 

Das nächste Ziel unserer Tagestour ist die Pfarrkirche São Pedro im Bezirk Ribeirão, in der João Luiz Pozzobon seine Taufe erhielt, seine erste Beichte ablegte, die Erstkommunion und Firmung erhielt und auch seine erste Frau heiratete. Ein Ort mit großer Bedeutung für den Glaubensweg des jungen João.

 

„Wir wollen uns an den Einbruch des Göttlichen im Leben von João erinnern und hier das Sakrament der Taufe erneuern, das uns zu lebendigen Heiligtümern, zu Wohnstätten Gottes gestaltet.“

steht es in unserem Programmheft geschrieben. Diese internationale Tauf-Erneuerungsfeier am Taufstein des João Luiz Pozzobon wird uns allen wohl in lebenslanger Erinnerung bleiben und unsere ewige Partnerschaft zum Initiator der Kampagne der Pilgernden Gottesmutter besiegeln.

 

„Groß sein lässt meine Seele den Herrn“ – Ein Lied aus Deutschland

 

Am Abend dieses ereignisreichen Tages durften wir uns als kleine deutsche Abordnung mit einem Lied am Marianischen Lobpreis am Heiligtum in Santa Maria den vielen Nationen anschließen. Die Stimmung war toll, alle Nationen jubelten sich gegenseitig und den vielfältigen Liedern zu.

Glücklich, angefüllt von diesem besonderen Tag und müde gingen wir ins Hotel zurück und freuten uns auf den kommenden Tag, an dem die große Marienwallfahrt auf dem Programm stand, davon berichte ich das nächste Mal.

 

Bis dahin Gottes Segen, Ihre Miriam München

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