(S)ein letzter Weg zum Heiligtum

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Vor 35 Jahren verstarb Diakon João Luiz Pozzobon

Wie an jedem Morgen machte sich der inzwischen 81-jährige Diakon João L. Pozzobon an jenem 27. Juni 1985 zu Fuß auf den Weg zum Tabor-Heiligtum in Santa Maria, Brasilien, um die heilige Messe zu besuchen. Unterwegs wurde er im Nebel von einem Lastwagen erfasst und so schwer verletzt, dass er bald darauf im Krankenhaus den schweren Verletzungen erlag.

Mit dem Heiligtum verbunden

„Dem Heiligtum habe ich mein Leben geschenkt. Für das Heiligtum bin ich auf Pilgerschaft gegangen. Für das Heiligtum werde ich sterben“, notiert er sich einmal. Und in einem Heft, dem er den Titel gibt, „Edelsteine meines Herzens“, schreibt er 1950 unter anderem: „Dreimal Wunderbare Mutter und Königin, immer möchte ich an dein Heiligtum gebunden bleiben. Glauben habe ich. Ich spüre eine Verfügbarkeit, die ich sonst nie hatte. Für mich ist alles ein ‚Heiligtum‘, sei es Beten, Arbeiten oder Unterwegssein, einfach alles.“

Gott und den Menschen nah – durch Maria

Mit großer Treue und im Einverständnis mit seiner Frau und den schon erwachsenen Kindern, geht er Abend für Abend mit einem großen Pilgerheiligtum, seiner „Peregrina“, wie er sie nennt, zu den Familien seines Wohnbereichs. Später besucht er Schulen, Krankenhäuser, Armenviertel, Gefängnisse. Was tut er da? – Er spricht mit den Menschen, hört ihre Sorgen und Anliegen. Vor allem: Er betet mit ihnen sein Lieblingsgebet, den Rosenkranz.

Der Rosenkranz – „ein Kompendium des Evangeliums“

Er spürt die Kraft dieses Gebetes, von dem der Heilige Papst Johannes Paul II. sagte: Der Rosenkranz „ist ein Kompendium des Evangeliums, das uns ständig zu den wichtigsten Ereignis­sen im Leben Christi zurückführt, um uns sein Geheimnis gleich­sam ‚einatmen’ zu lassen … Er ist sozu­sagen der Weg Marias. Denn wer kennt und liebt Christus mehr als sie? … Durch den ruhigen Rhyth­mus bei der Wiederho­lung des Ave Maria schenkt der Rosenkranz unserer Seele Frieden und öffnet sie zugleich der heilbringenden Gnade.“ (Papst Johannes Paul II., 7.10.2003 in Valle di Pompeji) – Auch Papst Franziskus spricht immer wieder über den Wert des Rosenkranzgebetes und bekennt in einem Gespräch: „Ich bin einer vom täglichen Rosenkranz“ (P. Alexandre Awi Mello, Mit Maria leben – Ein Gespräch mit Papst Franziskus)

Ein Freund, der Sicherheit gibt

Während seiner Ausbildung zum Diakon ist Herr Pozzobon mit jungen Theologiestudenten zusammen, die den Wert und Sinn des Rosenkranzgebetes eher skeptisch sehen. Auf ihre Fragen antwortet Herr Pozzobon, „dass der Rosenkranz noch immer etwas ist, das Sicherheit gibt“, „geistliche Nahrung“. Er erzählt von seiner Erfahrung bei unzähligen Besuchen: „Nach dem Gebet des Rosenkranzes kann man in einer Familie evangelisieren.“

Er wird ein Heiliger werden

Bei einer Begegnung mit Pater Kentenich 1952 in Brasilien sagte Pater Kentenich im Gespräch zu ihm: „Der Rosenkranz ist ein Schatz.“ Herr Pozzobon erwiderte: „Ich kenne eine Person, die ihre besten Kleider anzieht, wenn sie zum Rosenkranzgebet geht, denn es macht ihr große Freude, ihn zu beten.“ Pater Kentenich wusste, dass Herr Pozzobon von sich selbst sprach. Daraufhin wandte er sich an die Übersetzerin (Schw. M. Emanuele) und sagte: „Übersetzen Sie ihm das nicht, aber er wird einmal ein Heiliger werden.“ (Uriubur Esteban., Der arme Diakon Pozzobon, S. 60)

1994 wurde für Diakon Joao Luiz Pozzobon durch Bischof Ivo Lorscheider, Brasilien, das Verfahren zur Seligsprechung eröffnet. Seit Mai 2009 sind die Akten zur Prüfung in Rom.

Gebetsanregung

Möchten Sie Ihre Anliegen dem Diener Gottes João Luiz Pozzobon anvertrauen? – Im Download finden Sie eine Anregung zum „Freudenreichen Rosenkranz“ mit Impulsen aus dem Leben von Diakon Pozzobon und dem Gebet zu seiner Seligsprechung.

Sr. Marié Munz, Projekt Pilgerheiligtum