Nun sind mittlerweile genau fünf Monate seit unserer Brasilien-Jubiläums-Pilgerreise vergangen und noch immer sind mir Bilder, Eindrücke und Begegnungen sehr präsent. Als abschließenden Gedanken zum 11.9. möchte ich an meinen letzten Bericht anknüpfen und vom bewegenden Lichterrosenkranz der Nationen berichten.
Internationales Rosenkranzgebet
25 Menschen aus 25 Nationen beteten gemeinsam diesen Rosenkranz, jeder sprach dabei nacheinander zwei „Gegrüßet seist du Maria“ in seiner Sprache, entzündete zwei Kerzen im Lichterrosenkranz und stellte sein Landes-Fähnchen dazu. Auch wenn unsere Reisegruppe mit nur ein paar Personen erneut nach dem Abendessen zur Festhalle gegangen waren, so konnte ich doch durch meinen Beitrag Deutschland und unsere Delegation vertreten. Es war ein einmalig schöner und beeindruckender Tagesabschluss. Die Nationen harmonisch beieinander, erfüllt mit Frieden und gegenseitiger Wertschätzung.
Der 12.9. sollte allerdings genauso beeindruckend beginnen, wie der Vortag zu Ende gegangen war. Bereits um 7 Uhr morgens machten sich die Delegierten aus Europa auf dem Weg zur Grabeskirche von João Pozzobon auf, um gemeinsam die Feier der Neukrönung der Königin der Neuevangelisierung Europas zu feiern.
Neukrönung der Königin Europas am Grab von J. L. Pozzobon
In polnischer, französischer, englischer, spanischer, portugiesischer, italienischer, slowakischer und deutscher Sprache beteten und krönten wir gemeinsam. Eine wertvolle Besonderheit hierbei war, dass die Krone vor der Anbringung jedem und jeder Anwesenden in die Hände gegeben wurde und so persönliche Gebete die Krone inhaltlich und mit viel Segen anreicherten. Es war ein eindrückliches Geschenk, was ich an diesem Morgen miterleben durfte. Die Königin Europas hier an diesem Ort, am Grab des ehrwürdigen Diakon Pozzobon, neu zu krönen und neu auf den europäischen Kontinent auszusenden, ist ein wichtiges Zeichen für Europa. Möge die Tatkraft und die Unermüdlichkeit João Pozzobons zu seinen Lebzeiten weiterwirken in diesem Pilgerheiligtum für Europa.
Anschließend nach dieser besonderen europäischen Zeit ging es wieder zur großen Festhalle und wir begingen die Heilige Messe mit den Jubiläumsgästen der ganzen Welt, wie am Vortag.
João Luis Pozzobon in der Mitte
Im Anschluss an die Heilige Messe stand das Missionarische Wirken von João Luiz Pozzobon im Mittelpunkt des Programms. Es wurde familiär, heroisch und zukunftsgerichtet.
Familiär wurde es, weil die vier noch lebenden Kinder Petrolina, Wilma, Humberto und Naisa anwesend waren und durch das Jubiläum und die Feierlichkeiten sehr bewegt waren. Durch persönliche Äußerungen brachten sie die Menschen zum Jubeln. „Für mich ist er heute schon ein Heiliger“, sagte eine seiner Töchter und eine weitere sagte: „Ich bin berührt, so einen tollen Vater gehabt zu haben.“
Sie wünschten allen und für den weiteren Weg der Kampagne viel Segen. Wie wichtig dem siebenfachen Familienvater seine Familie war, wurde durch folgende Zitate seiner Kinder deutlich: „Unser Vater war ein sehr froher Mann.“, „Er war inspiriert vom Heiligen Geist und der Gottesmutter.“, „Die Familie war ihm sehr wichtig. Er war gütig und liebevoll. Stets gut gekleidet, damit sein Apostolat sichtbar wird.“
Um die Wichtigkeit der Familie zu zeigen, folgte nach den persönlichen Aussagen nun der Einzug weiterer Familienangehöriger: Enkel, Urenkel, Verwandte mit einem großen Pilgerbild der MTA. Es war das letzte existierende Bild, das es schon zu Lebzeiten von Diakon Pozzobon gegeben hatte.
Bild 4 Pilgerbilder der Kapellen
Diesem Bild folgten nun die Pilgerbilder der weißen, blauen und rosa Kapelle in Santa Maria. Die Verantwortlichen der Kapellen trugen sie hinein und erinnerten dadurch an den Bau der Kapellen durch den persönlichen Einsatz von João Luiz Pozzobon.
1960 hatte Pozzobon die weiße Kapelle gebaut. Er war immer ein großer Vermittler und Förderer der Sakramente. Er hat auch für die Katechesen und Schulausbildungen in seinem Stadtviertel gesorgt. In den Familien sorgte er für die Sakramentalien, wenn er zu Besuch war.
Dabei blieb er stets der einfache, bescheidene Mann, der er war und er war sich selbst immer treu. Viele Augenzeugen und Quellen berichten, dass er immer derselbe war, auch in Kontakt mit Bischöfen und anderen Würdenträgern.
So war und ist er Vorbild eines Missionars der Hoffnung, der die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter für die Zukunft weiter motivieren kann. Als Zeichen für diese Zukunft brachten Jugendliche das Pilgerheiligtum der heroischen Jugend unter großem Jubel in die Festhalle.
Ein besonderer Kreuzweg
Am Nachmittag gab es wieder die Möglichkeit an vielen verschiedenen Angeboten, die sich mit Leben und Wirken João Luiz Pozzobon, aber auch mit dem Erkunden seines Stadtviertels undseinerFrömmigkeit beschäftigten, teilzunehmen. Ich nahm am internationalen Kreuzweg teil, der bis hin zur rosa und blauen Kapelle führte. Diesen Weg zu laufen, brachte mir Einblicke in Land, Leute und in die – was mich natürlich sehr interessierte – brasilianische Flora und Fauna.
Diese Pflanzenwelt im beginnenden brasilianischen Frühling werde ich wohl nicht mehr vergessen. Zumal ich tatsächlich auch mit Heuschnupfen-Symptomen zu kämpfen hatte, die ich Mitte September natürlich nicht mehr erwartete.
Ein Abend bei den Gauchos
Der krönende Abschluss dieses Tages erwartete uns aber noch im Abendprogramm.
Mit mehreren Bussen, die genau auf die einzelnen Delegierten-Gruppen der gesamten Jubiläumsgäste abgestimmt waren, fuhren wir zum Abendessen und Abendprogramm zum Centro de Tradições Gauchos (Zentrum für Tradition der Gauchos). Alles lief reibungslos und lässt bei mir ein großes Lob für eine unglaubliche Organisationsleistung unserer brasilianischen Gastgeber zurück.
Neben traditionellem Essen bekamen wir durch verschiedene Tanzgruppen traditionelle Tänze und Musik dargeboten. Ein Abend, der uns Delegierten durch seine Lebens- und Farbenfreude noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Auch bei meinem nächsten Bericht aus dem Reisetagebuch wird es geprägt bleiben von der Familiengeschichte des João Luiz Pozzobon. Es wird zurück zu seinen Wurzeln gehen, aber mehr wird noch nicht verraten.
Bis dahin Gottes und Mariens Segen und einen guten Einstieg in die österliche Fastenzeit, Ihre Miriam München






