Tag 3 und 4: 10. und 11. September 2025 Nachdem ich beim letzten Bericht aus meinem Reisetagebuch von unserem ersten Ankommen in Santa Maria und dem intensiven Nachspüren und Nachgehen des Lebensweges des Initiators der Kampagne der Pilgernden Gottesmutterm, dem ehrwürdigen Diakon João Luiz Pozzobon berichtet habe, möchte ich folgend in die Jubiläumsfeierlichkeiten, beginnend am späten Nachmittag des 10. September einsteigen.
Offizielle Berichte von den Jubiläumsfeierlichkeiten und den einzelnen Veranstaltungen waren mittlerweile aus vielen Quellen zu lesen, die Geschichten, die ich erzählen möchte, sind die ganz persönlichen einmaligen Erlebnisse, die Einzug in mein Reisetagebuch gefunden hatten. Und jeder und jede schaut natürlich auf andere Dinge und ist bewegt von anderen Ereignissen, darum ist das Folgende nicht eine vollständige Wiedergabe des Jubiläumsprogrammes, sondern es sind individuelle Ausschnitte.
Um halb acht am Abend des 10. September startet das Jubiläum offiziell in der großen Sporthalle des Freizeitzentrums ´Clube Recreativo Dores` mit der Eröffnungsfeier des Internationalen Treffens. Obwohl die deutsche Delegation verhältnismäßig klein ist, sind wir beim Einzug der Landesflaggen gleich zweimal vertreten. Je zwei Frauen ziehen mit der deutschen und der Europa Flagge ein. Das ist ein besonderer und auch ein bewegender Moment.
Die Eröffnungsfeier endet mit einer festlichen Lichterprozession zum Tabor-Heiligtum, an der von uns nicht mehr viele teilnehmen können, weil sie die Müdigkeit der Anreise eingeholt hat.
Der neue Tag, der 11.09. beginnt wieder in der Sporthalle mit einer kurzen Begrüßung und dann mit einer Heiligen Messe, die von den europäischen Ländern mitgestaltet wird. Aus unserer Gruppe sind wir bei den Fürbitten mit vertreten und auch unser mitgereister Diakon Thorsten steht mit am Altar und darf das Evangelium verlesen und später auch die Kommunion mit an die Jubiläumsgäste verteilen. Wieder einmal sind wir von der kleinen, deutschen Delegation mit von der Partie.
An diesem Jubiläumstag gibt es einen Rückblick der besonderen Art. Für die 75 Jahre (1950-2025) der Kampagne werden 75 Fackeln der Hoffnung nacheinander hineingetragen, die alle eine ganz individuelle Bedeutung für einen Punkt in den vergangenen Jahren der Kampagne haben. Sie stehen zum Beispiel für Exerzitien für Missionare, für Kindergärten, für Schulen, für das Liebesbündnis, für das Hausheiligtum, für Kranke, für die Feier des 18., für Treue, für die Krönung der Pilgerbilder, für Übergabe an die Schwestern, für die Kapellen der Mutter und Königin, für Missionare und Koordinatoren, für Seminare, für Berufungen, für Türen in Kirchen, für den Seligsprechungsprozess, für Gemeinschaften, für die Diakonweihe von J. L. Pozzobon und für die pilgernde Gottesmutter, die bei Papst Franziskus war. Auch wenn diese Nennung nur ein Mini-Ausblick sein kann, so stehen doch alle 75 Fackeln für 75 Zeichen der Hoffnung rund um die Kampagne der Pilgernden Gottesmutter und ihrem Initiator João Luiz Pozzobon.
Immer wieder werden beim Fackeleinzug auch Zeugnisse aus der ganzen Welt per Video zur Arbeit des Projekts und wo die Pilgernde Gottesmutter überall wirkt, eingespielt. Das gibt ein großes Gefühl der Verbundenheit unter den ca. 800 Jubiläumsgästen und weltweit.
Eine große Flamme steht am Ende für die Flamme der Hoffnung, die jede und jeder von uns weitertragen soll. Für jeden Kontinent wird BrennflüssigkeitzurFlamme der Hoffnung gegossen, damit sie nicht erlischt. Damit steht diese Flamme auch dafür, dass João Luiz Pozzobon
durch seine Initiative die Gottesmutter indie ganze Welt gebracht hat. Auch wir bekommen kleine Fläschen mit dieser Flüssigkeit, die wir nachher beim Verlassen der Halle mit in die Flamme gießen können. Dies soll das Symbol für unseren Anteil, unser Zutun sein, dass die Flamme nicht erlischt; Zeichen dafür, dass in unseren Herzen die Fackel der Hoffnung brennt.
Zum Abschluss dieses Reiseberichts möchte ich gerne noch Worte und Gedanken wiedergeben, die mir von der Predigt von Pater Alexandre Awi Melo im Bewusstsein geblieben sind und die ich gerne teilen möchte:
„Ein Jubiläum ist eine Zeit der Gnade, auch um uns neu zu gestalten. Mit neuer Kreativität, mit neuer Kraft. Wir haben so viel von João Pozzobon erhalten, wir wollen etwas zurückgeben.“
Gleichzeitig weist er darauf hin, dass es keine Wiederholung der 75 Jahre wird, dass es keine Kopie wird. Es wird ein Original werden. Er hebt hervor, wie J.L. Pozzobon in seinem Wirken kreativ und originell war und so ein Vorbild für jeden Apostel ist. Wenn wir etwas mit der Kampagne planen, sollten wir uns immer wieder fragen: Was würde Diakon Pozzobon tun?
Hingabe, Liebe, Demut sollen wir von Diakon Pozzobon übernehmen, ohne ihn zu kopieren. So können wir der heutigen Kirche Impulse geben. Wir müssen ein Bewusstsein für (der) Berufung haben. „Die Kirche und die Welt brauchen jeden von Ihnen.“, ruft uns Pater Awi Melo zu.
Weiter ermutigt er die Jubiläumsgäste: „Die Sendung liegt in unseren Händen. Mit Eifer, Kreativität, Echtheit und Herzblut möge die Kampagne weiter aufgebaut werden, so kann die Flamme der Hoffnung erhalten bleiben. Dabei sind wir als Missionare der Kampagne auch Hoffnungsträger. Auch und gerade bei Schwierigkeiten. Das Pilgerheiligtum ist als Zeichen der Hoffnung ein großes Geschenk.“
Am Ende seiner Ansprache spricht Pater Awi Melo noch die Bitte um zwei Jubiläumsgnaden aus. Die erste ist die Bitte um die Seligsprechung von João Luiz Pozzobon und die zweite Bitte ist ein persönliche. Er bittet darum, dass das Pilgerheiligtum der Gottesmutter wiedergefunden wird, das er Papst Franziskus geschenkt hatte und das beim Heiligen Vater am Bett stand.
Auch wenn es am Nachmittag dieses Jubiläumstages noch verschiedene thematische Workshops gegeben hat, möchte ich hier diesen Tag abschließen und beim nächsten Mal über den nächsten ganz besonderen Jubiläumstag berichten.
Bis dahin wünsche ich Ihnen einen guten und gesegneten Start in dieses neue Jahr,
Ihre Miriam München





